Wie Gott Juliana durch ihr Praktikum in einem Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Uganda begleitete und was sie dort durch Gott bewirken durfte, berichtet Juliana hier:

 

Als ich für mein Praktikum nach Uganda reiste, hatte ich absolut keine Erwartungen. Ich wusste lediglich, dass ich das erste Mal für sechs Monate außerhalb von Europa und ohne Familie und Freunde sein werde. Dennoch spürte ich deutlich, dass sechs Monate vor mir liegen, in denen ich nicht alleine sein werde, sondern dass Jesus diesen Weg gemeinsam mit mir gehen wird. Ich hatte den Wunsch, von den Menschen in Uganda zu lernen und für sechs Monate ein Teil ihres Lebens und ihres Alltags zu werden. Es war mein Anliegen, den Menschen dort mit viel Liebe zu begegnen, obwohl wir uns auf den ersten Blick in so vielem unterscheiden.

 

Die ersten Wochen vergingen und ich fühlte mich sehr einsam. Ich hatte viele Fragen, aber niemanden zum Reden. In dieser Situation durfte ich jeden Tag erleben, wie Jesus mich trägt und wie er meiner Sehnsucht nach Austausch begegnete. Es wurde mir sehr wichtig, morgens Zeit mit Gott zu verbringen. Denn er gab mir die Kraft, trotz meiner Einsamkeit weiterzumachen. Mein tägliches Gebet zu ihm lautete: „Hilf mir die Menschen mit deinen Augen zu sehen und sie zu lieben, wie du sie liebst.“ Ich fasste dadurch den Mut, immer wieder auf die Menschen vor Ort zuzugehen.

 

Woche für Woche schenkte mir Jesus dann Begegnungen mit Hope und Daniel, zwei Jugendlichen aus dem Rehabilitationszentrum. Die Beiden wurden in den sechs Monaten meine engsten Freunde und wir verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Vor allem aber lebten wir Jüngerschaft miteinander. Hope und Daniel wussten, wer Jesus ist. Sie hatten eine Sehnsucht danach, immer mehr über Gott und meinen Glauben zu erfahren. So teilte ich mit ihnen, wer Jesus für mich ist, er der einzige Grund ist, für den es sich zu leben lohnt und dass er uns aus Liebe gerettet hat. Für ihn machte ich dieses Praktikum. Hope, Daniel und ich beteten zusammen, sangen Lobpreislieder und lasen gemeinsam in der Bibel. Gemeinsam lernten wir Jesus besser kennen. Ich durfte ganz neu das Herz von Jesus verstehen: Es ist nicht die Kultur, Reichtum, Essensgewohnheiten oder die Hautfarbe, die uns verbindet. Es ist ganz alleine sein Herz und seine Liebe. Jeder Moment, den ich mit Daniel und Hope teilen durfte, fühlte sich durch unsere Gemeinschaft mit Jesus an, als gäbe es keine Unterschiede zwischen uns. Er hat mir zwei Freunde geschenkt, die sich in nichts zu meinen Freunden in Deutschland unterscheiden.

 

Daniel, der sich zu Beginn kaum traute mit mir zu reden und total schüchtern war, stand an meiner Abschlussfeier vor 60 Menschen und hielt eine Rede für mich, die mich zu Tränen rührte. Ich durfte beobachten, wie Jesus die beiden Jugendlichen bewegte und innerhalb eines halben Jahres so veränderte, dass sie ihm ähnlicher wurden. Das zu erleben, mich gebrauchen zu lassen und die beiden zu begleiten, war für mich das größte Wunder während meines Praktikums. Noch jetzt bin ich im Kontakt mit den Beiden. Ich bin gespannt, wie Gott Hope, Daniel, dich und mich noch gebrauchen wird.