Zuerst löste Jonathans Hobby bei uns großes Erstaunen aus. Eine AG von 70 – 80 Schülern, denen er Unterricht im Jonglieren gab? „Die Kinder in Afrika werden vor Ehrfurcht umfallen, wenn sie das sehen!“, sagte eine der Kolleginnen. Und tatsächlich durfte Jonathan mit den bunten Bällen in seinem Praktikum in Simbabwe viel Freude verbreiten.

 

Jonathan studiert Soziale Arbeit und Religionspädagogik. Den sozialen Teil seines Praxissemesters verbrachte er bei dem Tafara Christian Caring Trust in Simbabwe. Dort arbeiten 18 Familienhelfer ehrenamtlich in den ärmsten Familien der heruntergekommenen Vororte, den so genannten ‚Townships‘. Fast 200 Kinder sind in dem Programm, das heißt sie bekommen täglich eine Mahlzeit, Schuhe, eine Schuluniform oder Decken, das Schulgeld wird gezahlt und es wird überprüft, ob die HIV-positiven Kinder ihre Medizin nehmen. Zusätzlich stehen die Familienhelfer mit den Schulen in Kontakt und machen Hausbesuche, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

 

Jonathan dufte bei all diesen Aktivitäten dabei sein. Seinen Schwerpunkt für den Praxisbericht legte er auf die Frage nach der Motivation der Familienhelfer, die oft selbst aus sehr armen Verhältnissen kommen und keinerlei Einkommen haben. Trotzdem engagieren sie sich ehrenamtlich für Familien und Kinder, die noch weniger haben. 

 

Natürlich durfte aber auch das Jonglieren nicht fehlen. So gab er Jonglierunterricht für die älteren Kinder und gestaltete Jongliereinheiten in der Mädchen-Gruppe. Diese beinhalteten Bälle basteln, jonglieren lernen und zusätzlich jede Woche die Diskussion eines Themas, das vom Jonglieren aufs Leben übertragen werden kann, wie Geduld, Kreativität oder Konzentration.

 

Und ganz nebenbei war Jonathan noch viel im Büro aktiv, überarbeitete die Webseite der Organisation und brachte die Datenbank der Kinder in dem Programm auf den aktuellen Stand. Ein wahrer Tausendsassa eben, der weiß, wie man alle seine Bälle in der Luft behält.