„Mein Praxissemester in Cochabamba, Bolivien würde ich zurückblickend in verschiedenerlei Hinsicht als eine aufregende, ungeahnte und lehrreiche Zeit beschreiben.

 

Es war aufregend! Nicht zum ersten Mal besuchte ich für eine Zeit ein mir fremdes Land, um dort länger zu leben. Doch noch nie war ich auf dem südamerikanischen Kontinent gewesen, mein Spanisch war anfangs eher mittelgut und mir war bewusst, dass ich mich anfänglich ganz bestimmt ins kalte Wasser würde schmeißen müssen. Ich war gespannt, was die Zeit mit sich bringen würde, welche Menschen ich kennenlernen und wie ich in der neuen Kultur zurechtkommen würde.

 

Es war ungeahnt! Auch wenn ich mit einer sehr offenen Haltung angekommen war, lief vieles ganz anders als erwartet und an so manchen Tagen war das Wasser doch um einiges kälter als ich es erwartet hatte: Es galt, mit einer ungewohnten Art von Kommunikation umzugehen, eine sozialpolitische Krisensituation, die das ganze Land erschütterte, über einen knappen Monat hinweg auszuhalten und die oft sehr harten Lebensrealitäten der Menschen kennenzulernen. Trotzdem konnte ich auch einige Erfolge feiern: Ich konnte eine Gruppe mit Müttern im Projekt aufbauen, sehr nette und andersdenkenden Menschen kennenlernen, das Land mit einer Wandertruppe erkunden und nicht zuletzt meine Beziehung zu Gott vertiefen und ihn besser kennenlernen.

 

Es war lehrreich! In der Zeit in Bolivien konnte ich trotz oder gerade aufgrund der vielen Herausforderungen sehr viel im fachlichen, aber auch im persönlichen Bereich lernen und bin in dieser Zeit sehr daran gewachsen. Vor allem wurde mir wieder bewusst, dass ich besonders in einer solchen Zeit auf Gott angewiesen bin, dann, wenn ich ungewohnte Wege gehe und die Dinge nicht planbar und absehbar sind. Ich konnte erfahren, dass Gott mich in meiner Situation sieht und mir treu zur Seite steht und ich auf ihn vertrauen kann, egal wo ich war, wo ich bin und wohin ich gehe.“