David ist 24 Jahre alt und studiert Theologie/Soziale Arbeit in Bad Liebenzell. Sein Studium sieht ein sechsmonatiges Pflichtpraktikum vor. Für sein Pflichtpraktikum reiste David nach Argentinien zu einer Partnerorganisation von ChanceMent. Dort beteiligte er sich aktiv an den Straßenkirchen, Essensverteilungen, der Gefängnisarbeit und Evangelisationsevents in verschiedenen Krankenhäusern. Seine Zeit in Argentinien wurde stark von der Pandemie beeinflusst. Wie er die Zeit erlebte, erzählt David hier.

 

„Die Arbeit bei meiner Praktikumsstelle hat mir sehr Spaß gemacht. Jedoch kam dann der Lockdown auch in Argentinien an und jegliche Aktivitäten mussten sofort ausgesetzt werden. Aufgrund dessen habe ich mich nach anfänglicher Hoffnung und des Wartens auf eine Verbesserung der Lage einvernehmlich mit allen Verantwortlichen darauf verständigt, vorzeitig mein Praktikum zu beenden. Da zu diesem Zeitpunkt die größte Rückholaktion der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands bereits abgeschlossen war, blieb mir gar nichts anderes übrig, als mich selbst um die Rückreise nach Deutschland zu kümmern. Dies stellte sich als äußerst schwierig heraus, da Hygienemaßnahmen sehr streng durchgeführt werden mussten und die Bewegungs- und Reisefreiheit sehr eingeschränkt war.

 

Nichtsdestotrotz flogen vereinzelt Sonderflugzeuge von Argentinien nach Europa. Ich hatte einen Flug gebucht, welchen ich jedoch nicht antreten konnte. Der Flughafen in Buenos Aires war 1.600 km von mir entfernt und es gab keine Möglichkeit dorthin zu reisen, da kaum Verkehrsmittel unterwegs waren. Das war ärgerlich! Zu dieser Zeit erbat ich viel Gebet von Freunden, Familie, ChanceMent und den Leuten in Argentinien. Bald schon konnte ich im zweiten Anlauf einen weiteren Sitzplatz im Sonderflug nach Madrid kaufen, worüber ich heilfroh war. Das Problem der Anreise zum Flughafen nach Buenos Aires aber blieb bestehen. So erhielt ich von verschiedenen Busunternehmen eine Absage nach der anderen. Die Anspannung in mir, den nächsten Flug zu verpassen und Freunde und Familie nicht bald sehen zu können, wuchs von Tag zu Tag. Fünf Tage vor dem Abflugtermin hatte sich an der Situation nichts geändert.

 

Da las ich in der Tageslosung Psalm 65,13: „Es triefen Auen in der Steppe, und mit Jubel gürten sich die Hügel.“ Ich wusste, der Vers war irgendwie für mich und bedeutete, dass Gott mich gesund nach Hause bringen würde. Es sah für mich zu diesem Zeitpunkt allerdings überhaupt nicht danach aus, aber nach und nach öffnete Gott mir wundersam die Türen: So konnte ich zum Beispiel kurz vor knapp einen Mietwagen buchen und auch bezahlen. Der Passierschein, der es mir erlaubte zum Flughafen zu reisen, trudelte am Tag vor der Abreise ein. Außerdem fand ich trotz Corona ein Hostel in Buenos Aires, um eine Nacht vor dem Flug nochmal schlafen zu können.

 

Wunderbar von Gott getragen, konnte ich in vier Reisetagen von Argentinien nach Deutschland zurückkommen. Ich hatte keine Probleme bei Polizeikontrollen und die Flüge verliefen reibungslos. Darüber hinaus konnte ich während der Reise einer Argentinierin, welche die Psalmen als ihr Lieblingsbuch bezeichnete, von meiner Geschichte und meinem Psalm 65,13 erzählen. Zudem konnte ich einem Mann aus Costa Rica, welcher gut deutsch sprach und gerne auch Theologie studieren möchte, für die Zukunft zu mir nach Bad Liebenzell einladen, wo man natürlich auch Theologie studieren kann.

 

Kurzum bin ich Gott sehr dankbar für diese Begegnungen, die vielen Gebete und meine gelungene Rückreise! Gott ist und bleibt ein wunderbarer Versorger und nutzt gerade auch die schwierigen Zeiten, um Menschen anzusprechen! Und das gilt nicht nur für mich, sondern genauso für dich! Die schwierigen Tage in deinem Leben sind somit auch schöne Tage, denn Gott hört weder auf dich zu lieben (Jeremia 31,3) noch vergisst er es für dich zu sorgen!“