Für mich war klar, dass ich nur dann eine Zusage für ein Auslandsjahr bekommen würde, wenn es auch Gottes Wille ist, dass ich ins Ausland gehe. Zu der Zeit, als die Zusage für Ägypten kam, war ich gerade im letzten Ausbildungsjahr zur Erzieherin. Am Tag nachdem ich den Co-Workers sagte, dass ich mit dem Stellenvorschlag Ägypten einverstanden bin und gerne dorthin gehe, kam in den Nachrichten, dass 21 koptische Christen aus Ägypten in Libyen hingerichtet wurden.

 

In den nächsten beiden  Wochen danach erzählten mir mehrere Kolleginnen, dass sie schwanger sind und ich wurde gefragt, ob ich nicht dort nach der Ausbildung weiterarbeiten möchte. Daraufhin kamen in meinem Inneren immer wieder Zweifel auf, ob ich mich nun wirklich richtig entschieden hatte. In den Nachrichten kam nun sehr oft etwas über Ägypten und gleichzeitig hätte ich nun auch die Möglichkeit in der Heimat weiterzuarbeiten. Immer wieder kamen mir Bibelverse in die Hände, die mir bestätigten, dass es richtig ist, nach Ägypten zu gehen und ich bekam dann auch inneren Frieden darüber. Auch wurde mir bewusst, dass ich Gottes Wegen folgen und auf sein Wort hören sollte. Genauso aber wird er vorrausgehen, mit hindurchgehen und hinterherlaufen.

 

Nun bin ich sehr froh, dass ich die Entscheidung getroffen habe, ins Ausland zu gehen. Natürlich gibt es Tage und Momente, die sehr herausfordernd sind, doch gerade in diesen Zeiten kann ich Gott besonders deutlich spüren. Immer dann, wenn es darauf ankommt, zeigt er mir, dass er hier ist und die Kontrolle hat. Auch stellt Gott mir immer wieder Menschen zur Seite, die mich ermutigen oder durch die Gott zu mir spricht.

 

In Ägypten sieht man an fast jeder Ecke Männer des Militärs sitzen, die öffentliche Gebäude und auch Kirchen bewachen. Am Eingang unseres Geländes sitzen ebenfalls Wächter, sodass ich nie Angst habe, dass mir etwas passieren könnte. An besonderen und größeren Gottesdiensten, wie z.B. an Weihnachten oder Ostern bewacht das Militär auch unsere Eingänge. Darüber war ich total überrascht und ich fand es sehr schön zu sehen, dass die Regierung hier für Sicherheit sorgt und es ihnen wichtig ist, dass die Christen ungestört Gottesdienst feiern können. Von Unruhen vor Ort habe ich – Gott sei Dank auch nie etwas mitbekommen!

 

Ganz überraschend bekam ich die Nachricht aus Deutschland, dass ich die Möglichkeit habe, zu meinem früheren Arbeitgeber zurückkommen. Dieses Erlebnis zeigte mir, dass Gott es echt gut mit mir meint und es sich lohnt, seinen Wegen zu folgen. Nun bin ich gespannt, wie ich Gott in den letzten Tagen meines Einsatzes noch erleben darf.