Wer Uganda kennt, weiß, dass die meisten Menschen dort ohne ihren geliebten „Matoke“ kaum leben können. Der Kochbananenbrei wird auf offenem Feuer gedämpft, die Bananen fest in Bananenblätter eingewickelt. Für dieses traditionelle Kochverfahren wird viel Energie gebraucht – was in einem Land mit einem explosiven Bevölkerungswachstum, großen Flüchtlingslagern an den Grenzen zum Ostkongo und zum Südsudan sowie einer stark zurückgehenden Vegetation erhebliche Folgen hat. So kann Uganda mit dem Holzkohleverbrauch nicht weitermachen. Deshalb sind preisgünstige, für „die normalen Menschen auf der Straße“ bezahlbare Alternativen wichtig. Zusammen mit der kirchlichen Ndejje-University und guten Ratgebern aus Deutschland hat Albrecht Schmidt die Herstellung von Briketts aus Maiskolbenresten immer weiter verfeinert. Auch erste Anlagen für Biogas und für Solar- und Windkraft entstehen. Insofern kann man durchaus sagen, dass es bei Albrecht häufig „um Kohle“ geht. Tatsächlich aber stimmt dieser Wortwitz: Viele Leute würden ja gerne anders kochen und ihren Kindern hygienisch sauberes Wasser herstellen. Aber wenn das Geld für Strom sowie Gas kaum ausreicht, werden eben wie bisher Büsche und Bäume in der Umgebung zu Feuerholz gemacht. Bis nichts mehr da ist.

Auch in anderer Hinsicht geht es an Albrechts Haustür „um Kohle“: wenn nämlich Kinder kommen und betteln, dass er das Schulgeld für sie bezahlt. Die Eltern mögen krank sein und deshalb kein Geld verdienen – die Kinder leiden doppelt, denn neben dem Ausfall des Broterwerbs dürfen sie auch die Schule nicht mehr besuchen, weil eben kein Schulgeld fließt. Darüber kann niemand so einfach sein Herz verschließen – auch da hat Albrecht in den letzten Monaten viel dazulernen müssen. Daher soll das Brikett-Projekt auch neue Jobs kreieren. Denn wer Arbeit hat und Geld verdient, braucht nicht zu betteln.