Martin Müller musste dieses Jahr manche Hiobsbotschaft einstecken. Klar, nicht „so krass“ wie beim alttestamentlichen Glaubensvorbild Hiob, aber auch seine Treue wurde von GOTT auf die Probe gestellt. Mitte März stürzte er und zog sich einen Bruch des linken Sprunggelenks zu. Neben dem Schmerz kam bald die Erkenntnis der Ärzte: „Hier in Ruanda bekommen wir das nicht hin – Sie müssen zurück nach Deutschland!“ Ausgerechnet zu der Zeit, als die wichtigste einheimische Projektleiterin im Programm für misshandelte Kinder in Mutterschutz ging. Martin versuchte, noch vor der Abreise abzuarbeiten, was bei den Schmerzen möglich war, besuchte Berufsschulen und kümmerte sich um Mädchen wie Filette, die endlich eine eigene Brille bekam. Das ist „Treue im Kleinen“, die oft den großen Unterschied macht.

Martin versuchte dann von Deutschland aus, vieles in Ruanda zu koordinieren, Mitarbeiter zu ermutigen und zu coachen. Die Ärzte operierten ihn, doch eine sehr schmerzhafte Entzündung folgte – und wollte nicht wieder gehen. Die nächste Hiobsbotschaft der Ärzte: „Wir finden die Ursache nicht.“ Es dauerte Wochen, bis die Infektion wirksam bekämpft werden konnte. Dass daneben auch bei den Spenden für Martin manches nicht gelingen wollte, war eine zusätzliche Anfechtung. Doch wie reagiert er? Er tröstet die Menschen in ihren Hiobs-Situationen in Ruanda, kümmert sich um verbrühte Kinder, abgestürzte Handwerker und zu Unrecht angeklagte Familienväter. Hiob sagt einmal von sich selbst: „Ich errettete den Armen, der da schrie, und die Waise, die keinen Helfer hatte“ (Hiob 29,12). Auch diese „Hiobsbotschaft“ könnte von Martin stammen. Nur würde er selbst das nie von sich sagen.