Anstrengendes Gedränge herrscht in vielen afrikanischen Kindergärten. Häufig können – meist ungelernte – Erzieherinnen nichts anderes anbieten, als mit den Kindern in einer Art „Vorschule“ Buchstaben, Zahlen und Wörter auswendig zu lernen. Frühkindliche Bildung ist da leider oft Fehlanzeige. Freies Spielen zur Kreativitätsförderung wird häufig missverstanden als Zeitverschwendung. Aber selbst wenn man mit den sprichwörtlichen „Engelszungen“ reden würde: Manches lernen Kinder auch in Afrika schneller oder nachhaltiger durch eigenes Erleben. Experimentieren, Ausprobieren, Abschauen von anderen Kindern – in diesem Alter ist das alles wichtiger als die Wandtafel. Genau da setzt Claudia Bohner mit ihrem einheimischen Mitarbeiter Evariste, dem Vorschulverantwortlichen der Shyira Diözese, an. Dieser Multiplikator ist ein hingegebener JESUS-Nachfolger voller Liebe für die Gemeinde CHRISTI und ihre Kinder. Der nicht viel herumredet, sondern drei Wochen Urlaub opfert, um ein Projekt aufzusetzen, von dessen Qualität sogar bis zum Bildungsminister in die Hauptstadt weitererzählt wird. Weil es oftmals nicht um einen vergrößerten Wortschatz geht, sondern um pädagogisch wertvolles Spielzeug. Um partizipative Ansätze der Weiterbildung. Um Wertschätzung für die oft völlig überforderten Erzieherinnen, die nie die Chance bekamen, Grundlagen der kindlichen Entwicklung zu lernen. Claudia bringt viel voran, hilft Evariste, bunte Farben, Bauklötze, kindgerechte Möbel oder Knetmasse aufzutreiben oder selbst anzufertigen. Sie konzipiert Weiterbildungen für Leiterinnen – auch wenn sie dafür zu Fuß durch den Schlamm in den Busch muss. Es sind manchmal eben nicht Engelszungen, sondern schlammige Stiefel, die zeigen, was echte Liebe ist (Jesaja 52,7).