Wenn der große Missionsmann Georg Müller aus den englischen Waisenhäusern von Bristol nach Deutschland kam, berichtete er nicht nur von der Arbeit unter den Ärmsten und Entrechteten, sondern hielt auch Bibelstunden. In Stuttgart entstand so eine der ersten „offenen“ Brüdergemeinden überhaupt. 2018 ist das genau 175 Jahre her. Doch wie heißt es so schön: „Treue bedeutet nicht, auf die Asche zu starren, sondern das Feuer am Brennen zu halten.“ Und deshalb ist es anstrengend und trotzdem richtig, wenn sich Damaris Burgbacher als junge Frau aus der Schwabenmetropole aufmacht, die vorher an einer Modeschule eine gute Ausbildung genossen hat und es sich in Deutschland schön hätte einrichten können. Stattdessen: Paraguay, Indianergebiete. Lange Busfahrten, Schneider-Kurse. Ausbildung in Nähtechniken und Stoffen. All das in Spanisch und mit einigen Worten Guarani dazwischen. In Gebieten, in denen auch Marihuana gehandelt wird. Wo Drogenbanden ihr Unwesen treiben, die Indigenen mit Diskriminierung sowie Stigmatisierung zu kämpfen haben. Damaris schreibt: „Wie auch das Spanisch-Lernen kostet vieles Geduld,Demut und Abhängigkeit. Kurz nach meiner Ankunft habe ich Schlafstörungen und starken Haarausfall bekommen. Mir wird immer wieder bewusst, wie selbstbestimmt ich vorher gelebt habe. GOTT zeigt mir hier, was es heißt, jeden Tag aus SEINER Hand zu leben, so wie ER es gibt. Das ist nicht immer leicht.

Aber es gibt mir einen neuen Blick auf die Fürsorge, Macht und Gnade unseres lieben VATERS.“ Damaris wird als gelernte Modedesignerin die Näherinnen nun darin ausbilden, neben Babykleidung, trendigen Taschen, Geschirrtüchern und Kochschürzen auch hochwertige Kleidung herzustellen. Denn einige Waren werden international vermarktet und tragen zur Finanzierung der Arbeit bei. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe – „Made by Damaris B.“