„Die Geissens“: Promi-TV der Superreichen, die schon mal im Slum Fotos schießen, bevor sie zur nächsten Party weiterjetten – so etwas zeigen Fernsehsender wie RTL gerne. „Die Gaussens“ arbeiten hingegen mit Menschen, für die sich niemand wirklich interessiert. Wo es nicht um Kaviar, Schampus und den neuen Bentley geht, sondern um elementare Probleme im Leben. Benjamin und Johanna sind aus Wolfsburg losgezogen, um den Menschen auf der Schattenseite des Lebens beizustehen. Sie kommen nun in Malawi an. Und sie wollen bleiben. Sie leben in Zalewa – einer Kleinstadt im Süden. Die Bevölkerung ist dörflich geprägt. Einfache, arme Leute.

Unser Partner FACE hat nach Kleinkreditschulungen die Not im Bildungswesen erkannt und eine Sekundarschule aufgesetzt. Bald kommt eine Grundschule dazu. Benjamin bringt sich bei der Entwicklung von Handwerksausbildungen und der Beratung der Schulleitungen ein. Während er gebraucht wird, hat Johanna in den ersten Monaten viel Einsamkeit erfahren. Doch sie weiß, dass − anders als bei den Fernsehmillionären − nicht die schnellen Instagrambilder zählen, sondern echte Präsenz. Behutsam, nicht besserwisserisch. Sensibel, nicht stürmisch. Da kann es auch mal passieren, dass ein Gärtnereikurs doch nicht die Aufmerksamkeit findet, die man den armen Menschen mit ihren eintönigen Mahlzeiten eigentlich wünscht. Emotional kommt es da schon zu „Glockenkurven“, wie beim berühmten Namensvetter, den Sie vielleicht noch vom alten 10-DM-Schein kennen. Mal geht es hoch, mal geht es ganz schön „runter“. Aber zu GOTTES „höherer Mathematik“ gehört noch ein anderer Ansatz von C. F. Gauß: die „Normalverteilung“. Und solange Menschen in Malawi in erbärmlichsten Umständen leben, ist es für „die Gaussens“ als Christen normal, Bildung,  Ernährung und bescheidenen Wohlstand fair zu verteilen.