Manche sagen, die Kinder seien besessen. Man könne doch schon von weitem sehen, dass in dem Kind ein böser Geist wohne. Andere sagen, das Kind sei nur ein unnützer Esser, wo doch der Maisbrei sowieso nicht für alle reicht. Einige wenige sagen, dass das Kind einfach krank sei, aber Hilfe bekommen und ein ganz normales Leben entwickeln könnte. Letztere sind die Leute, auf die Mirjam Triebel in der ländlich geprägten Region von Iringa baut. Die junge Kinderärztin mit Schwerpunkt Neuropädiatrie aus Jena arbeitet in der christlichen Rehabilitationseinrichtung „NeemaReha“ an einem ambulanten Betreuungs- und Beratungskonzept. Hier kann Mirjam ausbilden und beraten, ihr Wissen weitergeben und oft genug auch selbst bei den kleinen Patienten mit Hand anlegen. Neben ihren Aufgaben in der Klinik arbeitet sie mit der Kindertagesstätte „Nyumba Ali“ zusammen, wo derzeit 36 Kinder mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung betreut und versorgt werden. Zum Beispiel wird hier ein elfjähriger Junge mit ausgeprägter Zerebralparese unterrichtet – revolutionär in Iringa. Es gibt Elterntreffen mit Themen wie Epilepsie oder Physiotherapie. Und viele Gespräche, die eher seelsorgerlich sind.

Manche sagen, solche Einsätze wie der von Mirjam würden gar nichts bringen, seien nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Andere sagen, dass so ein Einsatz alles verändert. Dazu gehören die behinderten Kinder, die kompetente Hilfe erleben. „GOTTES Liebe weltweit“ ist ein Slogan, den man leichtfertig irgendwo abdrucken kann, um in der Weihnachtszeit ein paar Spenden zu bekommen. Mirjam Triebel lebt „GOTTES Liebe weltweit“ ganz bewusst bei denen, die von der Gesellschaft verachtet und abgeschrieben sind.