Einerseits begegnet einem das Thema „Unabhängigkeit“ in Honduras bei jedem Einkauf. Denn die Landeswährung Lempira hat ihren Namen von einem indigenen Häuptling, der tapfer gegen die spanischen Eroberer kämpfte. Am 15. September 2021 wird sich dann zum zweihundertsten Mal der Unabhängigkeit von Spanien erinnert werden. Doch was bis dahin mit Honduras passieren wird, ist ungewiss. Denn andererseits ist Honduras immer wieder von Abhängigkeiten geprägt worden.

In den ersten 50 Jahren nach der Unabhängigkeit gab es sage und schreibe 85 verschiedene Regierungen, einige aus dem Ausland manipuliert. Ganz tragisch wurde der Einfluss der USA auf Honduras. Der auch bei uns für seine „Chiquita-Bananen“ bekannte Konzern UFC machte Diktatoren groß, Kleinbauern kaputt und den Begriff „Bananenrepublik“ zu einem geflügelten  Wort. Bis heute leben viele Honduraner im Ausland, weil die Arbeitslosigkeit so hoch ist – und viele Familien sind abhängig von den Überweisungen ihrer Verwandten. So sieht’s aus mit der „Unabhängigkeit“ in Honduras – ein Jahr vor dem großen Jubiläum.

Und genau da hinein arbeitet Conny Flores mit Familien und Kindern, berät zu gesunder Ernährung und Hygiene. Tröstet 15-jährige Krebskranke und 16-jährige Mütter. Viele Menschen in ihrer Umgebung leben in größter Armut. Ihr Team vom Sozialprojekt CAFFIN schenkt jedem Kind im Programm an jedem Schultag ein gekochtes Ei: Wie groß ist die Not, wenn die Kinder auch in Corona-Zeiten versuchen, wenigstens dieses Ei weiter zu bekommen? Conny reflektiert im Rundbrief: „Möge Gott uns Gnade schenken, dass diese herausfordernde und in vielem sicher auch traurige Zeit uns allen zum Besten dient. Dass wir daraus lernen, wie wir unsere Prioritäten im Leben setzen. Und dass wir wertschätzen, was wir haben, wo doch alles vergänglich ist.“