„Do as I do! - Don‘t worry“ singen die Jugendlichen. Ein Einzelner von ihnen macht eine Bewegung vor, die anderen tanzen das nach. Joanna und ich arbeiten seit circa einem Monat montags nach der Schule bei „Young Life“ mit. Das ist für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren und wird von den Lehrern unserer Schule organisiert.

 

Bei „Young Life“ spielen wir Spiele zusammen, singen, tanzen und lesen aus der Bibel. Im Moment haben wir hauptsächlich Jungs in unseren wöchentlichen Club-Meetings, weil die Mädels sich teilweise unwohl unter den Jungen fühlen.

Letzte Woche hatten Joanna und ich unabhängig voneinander echt den Eindruck, dass Gott uns aufs Herz legt, einen Mädelstreff zu gestalten. Und so entstand die Idee, dass wir uns zweimal im Monat mit den Young-Life-Mädchen bei uns im Garten treffen möchten. Gemeinsam mit drei unserer Lehrerinnen, die hier als Malawierinnen aufgewachsen sind und leben, möchten wir mit den Mädchen Zeit verbringen, Spaß haben, und über Themen, die sie bewegen, in den Austausch kommen.

Ich habe das Gefühl, hier in Malawi sind normale Freundschaften, wie wir sie in Deutschland zwischen Jungen und Mädchen kennen, selten. Frauen haben hier einfach einen ganz anderen Wert und andere Rechte. Das Frauenbild, bzw. auch das Männerbild, das in den Köpfen hier steckt, schockiert mich. Darum ist es uns wichtig, mit den Mädchen zu reden. Wir wollen ihnen helfen, ihren Wert zu entdecken und wollen ihnen ganz viel Selbstbewusstsein mitgeben.

Diesen Sonntag haben wir uns getroffen und über Schönheit geredet. Darüber, dass Gott jede von ihnen wunderschön gemacht hat, genauso wie sie ist. Dass man sich nicht vergleichen muss. Dass man mit und ohne Schminke schön ist. Dass wir nicht schön sind, um gut anzukommen und unser Aussehen nicht unseren Wert ausmacht. Sondern dass unser Wert dadurch kommt, dass Gott jeden von uns wundervoll und einzigartig geschaffen hat und so liebt, wie wir sind. Eine Mutter hat uns erzählt, dass ihre Tochter an dem Tag nach Hause kam und meinte: „Mama, du musst gar nicht so viel Make up tragen – du bist schön so wie du bist.“ „…und eigentlich hat sie damit Recht!“, meinte die Mutter.

 

Liebe Grüße eure Rahel