Meine letzte Woche in Malawi. Ein komisches Gefühl. Gestern hatte ich meine letzte Stunde mit der ersten Klasse. Und als die Kinder mich umarmt haben und meinten „Thank you for teaching us Library.“ und „I will miss you Teacher“ wirkte das Ganze für mich noch ziemlich unreal.

 

Ich wünschte es gäbe eine geheime Zaubertür, die von Deutschland direkt nach Malawi führen würde. Dann könnte ich am Wochenende in Deutschland, wenn mir Malawi fehlt, einfach kurz zwei Stunden bei Mirriam vorbei gucken, draußen auf ihrer Matte vor ihrem Haus sitzen und Erdnüsse rösten und Zuckerrohr essen. Ich schätze die Menschen und ihre freundliche, friedliche Art. Ich weiß, dass mir immer irgendjemand zur Hilfe eilen würde, wenn ich ein Problem habe. Manchmal habe ich das Gefühl als ob ganz Malawi so ein bisschen eine große Familie ist. Ich bin dankbar für Freundschaften, für Minibusgespräche und Marktbekanntschaften.


Eine Freundin von mir hat mal gesagt: „Viele von uns Menschen hier in Malawi haben große Probleme. Aber wir wissen auch, dass das Leben weiter geht.“ In Deutschland sagen wir auch oft: Das Leben geht weiter. Aber hier, wo die Menschen wirklich um das Überleben kämpfen, hat dieser Satz nochmal eine andere Bedeutung.
Ich glaube es ist eine Art Gottvertrauen. Gerade bei den Menschen, die nicht viel haben, spielt der Glaube oft eine große Rolle in ihrem Leben. Als wir Madalo in ihrem Dorf besuchen wollten, meinte sie, an bestimmten Tagen könnten wir nicht kommen, weil sie da Chorprobe hat und ihr das so wichtig ist. Wenn man krank ist oder verreist, sagen die Menschen hier: „Ich bete für dich.“ Das ist etwas, das ich mit nach Deutschland nehmen möchte.


Am Ende der Woche heißt es dann für uns Tschüss sagen. Unser letzter Tag in der Schule. Den Tag darauf fliegen wir. Und als ich die ganzen Kinder nach Hause laufen sehe, muss ich wirklich mit den Tränen kämpfen. Wie sehr ich diese Kinder doch ins Herz geschlossen habe. Gerne würde ich sehen, wie sie sich entwickeln, groß werden, selbständiger werden und dazu lernen. Ich möchte wissen, was für Jugendliche sie eines Tages werden. Ich möchte wissen, was für Eltern sie für ihre eigenen Kinder sein werden. Aber ich weiß auch: Es ist Zeit zu gehen.