Mittlerweile sind schon ein paar Wochen vergangen, seitdem wir wieder in Deutschland gelandet sind. Ein paar sehr ereignisreiche Wochen, in denen wir vieles, das uns vorher nie aufgefallen ist, noch einmal ganz intensiv und mit neuen Augen wahrnehmen.

Alles ist vertraut; es ist als wäre man nie weg gewesen und trotzdem ist alles anders. Ich weiß, es hört sich komisch an, aber es ist so. Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht? Der Supermarkt steht immer noch an Ort und Stelle, die Käseabteilung ist wie eh und je hinten links in der Ecke und trotzdem steht man davor und wundert sich über die riesige Auswahl an Käsesorten, an der man zuvor schon 100 mal vorbei gelaufen ist, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden. Man ist hin- und hergerissen zwischen der Vorfreude auf ein leckeres Goudabrot und der Frage: Wozu diese Auswahl? Schließlich hat man ja auch ein Jahr lang ohne oder mit einer einzigen Sorte Käse überlebt.

 

Wer nach einem solchen Jahr zurück kommt sollte die Frage „Wie war's?“ zu seinem Lieblingssatz erklären, denn dann wird man seinen Lieblingssatz in nächster Zeit sehr oft hören. Manchmal steckt hinter diesem Satz wirklich ein großes Interesse, an dem, was man erlebt hat; manchmal ist die Frage auch eine reine Höflichkeitsfloskel. Wie gehe ich damit um? Und wie finde ich am Besten wieder meinen Platz im deutschen Ausland ohne leugnen zu müssen, dass mich dieses Jahr wirklich geprägt hat? Mit Fragen wie diesen haben wir uns auf den Weg zum Re-entry-Seminar in Stuttgart gemacht. Die Antworten auf solche Fragen, der Austausch mit anderen Rückkehrern, die dieselben oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben und neuer Input haben das Seminar für mich wirklich zu einer wertvollen Zeit gemacht, die ich nicht missen möchte.


Übrigens: Missen möchte ich auch nicht meine Winterstiefel und eine warme Jacke! Wer irgendwann einmal als Rückkehrer aus einem warmen Land in einen kalten deutschen Sommer reist oder das bereits getan hat, wird mir da bestimmt zustimmen :-)

Auf das ihr alle gut durch den Winter kommt,
eure Elli



und Nicole, die vielleicht gerade im Supermarkt vor der Käsetheke steht und sich nicht entscheiden kann