Kaum steigt man aus dem Auto, nachdem man eine unbequeme Anfahrt über eine holprige Sandpiste hinter sich gebracht hat, wird man auch schon von vielen Kinderhänden, Umarmungen und strahlenden Gesichtern willkommen geheißen. So beginnt für Nicole jeder Arbeitstag im Kindergarten und für einen Tag auch meiner - davon will ich euch heute gerne erzählen.


Um 8 Uhr geht’s los. Alle Kinder sitzen im Kreis und warten gespannt auf das, was sie wohl heute erwartet. Na ja, nicht alle – wie überall gibt es kleine Ausreißer, die erst noch gaaaaanz dringend aufs Klo müssen (übrigens ein Plumpsklo) oder unbedingt noch die neusten Geschichten aus ihrer Nachbarschaft auf Kinyarwanda bei dir loswerden müssen. Ist dann endlich Ruhe eingekehrt, geht es auch schon mit der nächsten Geschichte weiter, dieses Mal aber eine aus der Bibel, liebevoll mit Handpuppen erzählt.

 

Ich bin beeindruckt, wie aufmerksam die Kleinen zuhören und wie interessiert sie sind. Anschließend geht es mit einer Lerneinheit weiter. Diesmal ist das Thema „wo ist rechts, und wo ist links“? Mit Muhire und Mutoni (zwei Figuren aus dem Kindergartenprogramm) wird das Lernen zum Kinderspiel. Dann ist es aber auch schon Zeit für die Pause.

 

Erstmal beten - Händewaschen vorher aber nicht vergessen! - und dann wird auch schon munter drauf losgeschmatzt und fleißig geteilt. Auch wenn Kekse und Milch nicht dem Abendmahl entsprechen und trotzdem in einer Kirche gegessen werden, sind sie hier gerne gesehen. Schließlich fungiert die örtliche Kirche aus Platzgründen während der Woche als Kindergarten.

 

Direkt vor dem Gebäude grasen auch schon die Milchlieferanten. Die Kinder teilen ihre Spielwiese nämlich mit einigen Kühen und auch Ziegen, was manchmal zu unfreiwilligen Sprints führt. Für ein Kind im Kindergartenalter kann so eine Kuh durchaus furchteinflößend sein, auch wenn die Kühe eigentlich ganz friedlich sind. Trotz aller Kuhgeschichten lieben es die Kinder draußen zu sein und genießen das Toben und Rumspringen in vollen Zügen. Das alles macht natürlich noch viel mehr Spaß, wenn man „Muzungus“ (Kiny. für Weiße) dabei hat, die immer noch eine neue Spielidee auf Lager haben.


Es war für mich total schön, einen Einblick in den Kindergartenalltag zu bekommen und mitzuerleben was für eine Freude und ein Segen Nicoles und Ingrids Arbeit dort ist. Ich habe es sehr genossen, den Tag mit den Kindern zu verbringen und habe sie alle ins Herz geschlossen. Wie schön ist es zu wissen, dass Gott jedes Einzelne von ihnen in seiner Hand hält.

Ich schicke euch viele strahlende Gesichter und kleine Kinderhände,

macht’s gut und bis zum nächsten Mal,

Eure Elli