Im Schatten sitzend schaue ich einigen Jugendlichen beim Fußballspielen zu. Sie haben so einen großen Spaß dabei und immer mal wieder setzt einer unerwartet zu einem Salto an. Es bieten sich viele Möglichkeiten zum Staunen, wenn man mit den Kindern und Jugendliche des Straßenkinderprojekts Zeit verbringt. Man kann ihnen viel beibringen, viel von ihnen lernen und vor allem ganz viel Spaß mit ihnen haben.

„Bite Elisabetti, bite Nicolli!“ [Hey Elisabeth, Hey Nicole!], grüßt uns ein kleiner Junge und reicht uns die Hand. Jetzt weiß ich, dass ein neuer Tag im Straßenkinderprojekt angebrochen ist. Hier verbringe ich meine Zeit während der Kindergartenferien und greife Elisabeth bei ihrer Arbeit mit den 20 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 18 unter die Arme. Auch die Kids hier haben natürlich Ferien und so ist unsere Kreativität gefragt. Fußball und Uno spielen stehen jeden Tag auf dem Programm. Beides begeistert die Kinder sehr und sie werden nicht müde die Karten immer wieder neu zu mischen und nach dem Ball zu fragen.

 

Fragen stellen die Kinder vor allem auch während der von uns vorbereiteten Bible Lessons. Jeden Freitag möchten wir den Kindern eine biblische Geschichte näher bringen. Beim Nachspielen des Geschehens staune ich immer wieder aufs Neue über ihr Schauspieltalent: Da jagt Esau voller Elan der imaginären Wildsau hinterher und wutentbrannt schmeißt Potifar den unschuldigen Josef ins Gefängnis. Zum Abschluss wird dann noch eine Kleinigkeit gebastelt oder ein wildes Spiel gespielt.

 

Wild ging es auch bei der Streichaktion des Raumes der Kinder zu. Die Farbe war am Ende nicht nur an den Wänden, sondern auch im Gesicht, auf dem Boden und verlieh so manchem Kleidungsstück ein neues Aussehen :). Nach getaner Arbeit freuten sich aber alle über das Ergebnis. Ruck zuck waren die Ferien dann auch schon vorbei und es hieß wieder Schulbank drücken. Damit standen auch die Hausaufgaben wieder auf der Tagesordnung. 3x4=, was ist die Hauptstadt von Ruanda und was heißt „Abana“ eigentlich auf Englisch? So viel lernen macht hungrig und so hat sich ein jeder nach einem langen Schultag seinen gefüllten Teller mit Reis und Bohnen wirklich verdient.

 

Ich habe die gemeinsamen Wochen mit diesen außergewöhnlichen Kindern wirklich sehr genossen und durfte erfahren wie Gott durch die Arbeit von Elli und ihrer Mitarbeiterin ein Licht in deren Herzen scheinen lässt, welches sie an andere weitergeben.

Soweit zu meinen Erfahrungen im Straßenkinderprojekt. Bis zum nächsten Mal also dann, wenn es von einem neuen Erlebnis aus dem Land der 1000 Hügel zu berichten gibt,

Eure Nicole