Lisa ist das vierte von fünf Kindern und absolviert gerade einen Jahreseinsatz mit CFI-Freiwilligendienste in Amsterdam. Als Eltern sind wir total dankbar, dass alle Fünf den Weg mit Jesus gehen und sind insofern auch ein wenig "kampferprobt", was die Zeit nach der Schule bei unseren Sprösslingen angeht. England, Italien, Hamburg und jetzt Amsterdam sind die Stationen, die sie für ein FSJ gewählt haben, alles Einsätze mit christlichen Trägern. Das hört sich fast nach Routine an, ist es aber nicht. In einer großen, meist ganz fröhlichen Familie ist es eben nicht so, dass es weiter gar nicht auffällt, wenn einer oder eine für ein Jahr unterwegs ist. Wir vermissen Lisa, beten für sie, freuen uns über alle begeisterten Lebenszeichen und freuen uns, wenn dann doch mal ein Wiedersehen möglich wird.

 

Natürlich gibt es heutzutage viele Einsätze, die Asien oder Afrika als Ziel haben. Da ist Europa fast schon ein Heimspiel. Trotzdem empfinden wir als Eltern auch mal Unsicherheit, ob alles gut geht, die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten und Mitarbeitern vor Ort gelingt, die nötige "Nestwärme" entsteht. Dann ist immer auch ein Blick auf die Finanzen dabei: Sind die Unterstützer an Bord, bewegen sich die Geldflüsse im vorgesehenen Rahmen, reicht die finanzielle Ausstattung in Amsterdam!? Und dann die leichte Sorge, ob alle Termine für mögliche neue Bewerbungen für die Zeit danach eingehalten werden, Krankenversicherungsfragen oder Meldefristen beachtet worden sind - nichts Schlimmes, aber wir haben immer ein waches Auge für diese Dinge, so gut wir es eben hinkriegen. Aber das ist eher die äußerliche Seite der Medaille.

 

Wir haben von Anfang an für jedes der Kinder gebetet, dass es einen eigenen, gesegneten Weg mit Jesus Christus gehen darf. Als Pastorenehepaar haben wir vielen Leuten gute Ratschläge zu geben versucht, zum Loslassen ermutigt, im besten Sinn Gottvertrauen gepredigt und jetzt merkt man, dass die vielen guten Worte selbst gelebt werden müssen - aber auch dürfen! Konkret sind wir echt dankbar überrascht, wie schnell die "Vorletzte" flügge wird, Verantwortung übernimmt, sich mit Menschen aus anderen Nationen und Kontinenten prima versteht, in ihrem Dienst aufgeht. Ein Riesengeschenk! Und, fast noch schöner, Lisas geistliche Reife wächst erkennbar (falls du das liest, Lisa: nicht stolz werden)!

 

Mit einem Mal merkt man als Vater oder Mutter, dass aus einem begleitenden, beschützenden Denken etwas Neues auch in uns entsteht. Zunehmend wird es ein Miteinander des Glaubens. Die Tochter ist nicht mehr zuerst eine Person, für die wir Fürsorge empfinden, sondern wir stellen fest: Der Herr selbst nimmt ihr Leben mehr und mehr in die Hand. Unser Anteil am Gestalten geht zurück, seine prägende Gegenwart wird immer spürbarer. Das musste ich als Vater einen Moment verarbeiten, aber jetzt fühlt es sich gut an. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter - auch für Lisa und ihre Geschwister!

 

Alles in allem empfinden wir also viel Dankbarkeit für diese Zeit des Einsatzes! Der Herr meint es gut mit unserer Tochter und mit uns als Eltern: Danke!

 

Elke und Andreas