Katja ist seit über 4 Monaten in Israel und arbeitet als Freiwillige unter anderem mit Holocaust-Überlebenden. In ihrem Einsatz lernt sie neu verstehen, was Vergebung bedeutet.

 

Hier in meinem Kurzeinsatz im Ebenezer Heim, einem Seniorenzentrum für gläubige Holocaustüberlebende in Haifa, Israel, darf ich so viel über mich und über Gott lernen. Es erfüllt mich zu sehen und zu spüren, wie Gott den Weg vor mir vorbereitet und mich an die richtige Stelle geschickt hat, an der ich ihm mit meinen Gaben und Fähigkeiten dienen kann. Es ist ein großes Privileg den alten Leuten, die ihr Leben lang Gott gedient haben, nun zur Seite zu stehen und zu helfen. Trotzdem ist es nicht immer leicht. Die persönlichen Geschichten der Bewohner wurden durch schreckliche Erlebnisse und tragische Verluste während der Zeit des Nationalsozialismus geprägt. Diese Vergangenheit hinterlässt Spuren in den Leben der Bewohner. Umso mehr spüre ich die Verantwortung, die ich hier als junge Deutsche in Israel, vor allem im Umgang mit den Senioren, trage.

 

In einer besonderen Situation durfte ich lernen, was Vergebung heißt. Bei einem Museumsbesuch kamen wir mit dem Mann an der Kasse ins Gespräch. Er ist Jude und seine Familie verlor Vieles in der NS Zeit. Als er von unserer Arbeit hörte, war er sehr beeindruckt und erließ uns den Eintrittspreis. Wir waren erstaunt, aber er ließ uns in das Museum mit den Worten „Es reicht nicht aus, um meine Liebe zu euch auszudrücken.“ Ich war sehr beeindruckt von dieser Geste. Wie groß muss dann wohl Gottes Liebe zu uns sein? Wie großartig ist das Geschenk der Vergebung! Gott liebt uns so sehr, dass er in Jesus Mensch wurde und am Kreuz für uns starb, damit wir freien Eintritt haben. Durch Jesus baute er eine Brücke, damit wir zu ihm kommen können.

 

Das Tolle hier im Ebenezer Heim ist, dass obwohl, oder gerade weil wir alle aus ganz unterschiedlichen Kulturen oder Hintergründen kommen, sei es messianische Juden, christliche Araber oder Europäer, Eins sind in Yeshua, ein Teil des Leibes Christi. Wir sind hier eine große Familie und begegnen uns mit Liebe. Hier werden Brücken gebaut zwischen Jung und Alt, zwischen Juden und Deutschen. Auch Brücken, die in der Vergangenheit zerbrochen sind. Und das alles durch Jesus.

 

Ich wünsche uns für diese Zeit um Weihnachten, dass wir uns erinnern, wie groß Gottes Liebe ist, dass wir diese Liebe weitergeben, dass wir vergeben, weil Gott uns vergibt, dass wir Brücken bauen, wo keine sind oder wo sie zerbrochen wurden und dass wir Gemeinschaft miteinander haben.