Sheila macht einen Jahreseinsatz im Fackelträgerzentrum in Rumänien und unterstützt dort vor allem in der Hauswirtschaft. In ihrem Einsatz begegnen ihr viele Themen des Lebens nochmal ganz anders. Hier ein sehr lesenswerter Beitrag über das Bedürfnis nach Ruhe.

 

Was ich gerade lerne: Unsere Seele empfindet dann die größte Ruhe, wenn wir uns an dem Ort befinden, an den Gott uns gestellt hat, und wenn wir die Aufgabe ausführen, die er für uns vorgesehen hat. Und noch viel wichtiger: Unser Herz wird immer nur bei Jesus Ruhe finden, ganz egal, wo wir uns befinden.

 

Ist es nicht genau diese Ruhe in unserem Herzen und der Frieden über unserer Zukunft, nach dem wir uns sehnen? Ist es nicht umgekehrt, diese Unruhe, die uns dann verrückt macht, wenn wir keinen Frieden empfinden? Kombinieren wir also diesen für uns von Gott vorgesehen Ort und ein Herz, welches tief verwurzelt in Jesus ist, erhalten wir dann diese eine Freiheit, von der alle sprechen?

 

Ich bin alleine im Haus, das ganze Haus ist ruhig und alle sind ausgeflogen. Draußen scheint die Sonne und wenn ich zum Himmel hoch schaue, sehe ich nichts als ein unendliches Blau. Während alle anderen zum Gottesdienst gefahren sind, erlebe ich an diesem Sonntag meinen ganz eigenen Gottes Dienst für den Schöpfer dieser Welt. Ich habe die Türen und Fenster geöffnet und möchte, dass die warme Frühlingsluft durch das ganze Haus strömt. Die warmen Sonnenstrahlen sollen sich nicht nur auf meiner Haut reflektieren, sondern alle im Haus wärmen. Ist es nicht auch mit meinem Glauben so, dass erst, wenn ich teile, wenn ich mich öffne und meine Hände weit ausstrecke, erfüllt werden kann?

 

Während ich die nasse Wäsche in den ersten warmen Sonnenstrahlen des Tages aufhänge und barfuß beladen mit Putzmitteln durch das Haus laufe, erstelle ich gedanklich meine Liste für den heutigen Tag. Vor mir liegt ein Haufen Arbeit, ein Hof, der gekehrt werden möchte, Wäsche, die gewaschen und aufgehängt werden möchte und viele andere kleine Dinge, die in diesem großen Zentrum anfallen. Während ich gedankenversunken meinen Aufgaben nachgehe, spüre ich sie, diese tiefe Zufriedenheit und Freude. Ich höre währenddessen laut Musik, und während ich die Texte der Lobpreislieder höre, ist es, als bewege und arbeite ich im Takt dazu. Wo wäre ich lieber, als in diesem Moment genau hier in Rumänien? Nirgends. Und wo würde mein Herz eine tiefere Freude empfinden, als genau hier beim Arbeiten? Nirgendwo.

 

„Dann wird der Friede Gottes,  der weit über alles Verstehen hinausreicht,  über euren Gedanken wachen, und euch im Innersten bewahren –  euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid.“   - Philipper 4, 7

 

Es ist einer dieser Tage, an dem mein Herz jubelt, Gott lobt und am liebsten raus in die Weite rennen würde, um all die Schönheit, die mich umgibt, einzusammeln. Für mich ist das kein normaler Tag, da diese Tage selten für mich sind, wie seltene Sternstunden in meiner Woche, denn an unzähligen vielen anderen Tagen, bin ich schon mit dem Gedanken an die nächste Stunde überfordert. Aber hier in Rumänien erlebe ich eine ganz wunderbare Wandlung: Solche Tage wie heute begegnen mir immer häufiger. Und der Grund dafür sind nicht meine äußeren Umstände, ich habe nicht im Lotto gewonnen oder bin im Urlaub: Nein, ich lerne, dass mein Glauben und mein Herz ganz in Jesus mein größter Lottogewinn ist, den ich in meinem Leben ergattern kann. 

 

Und wieder kommt mir der Gedanke, dass meine Seele immer nur an dem Ort Ruhe finden wird, wo Jesus ist. Und Jesus umgibt mich, uns. Wir sind umgeben von seiner Gegenwart und das Einzige, was uns davon abhält, ganz in ihm zu ruhen und von dem lebendigen Wassers des Glaubens zu trinken, ist unser Herz. Heute ist mein Herz weit offen, und mit offenen Armen empfange ich die Gnade Gottes in dem, was ich tue.

 

Was ist also meine Herausforderung, der ich mich stellen möchte? Ich möchte lernen zu erkennen, dass jeder Moment und jeder Ort, genau der Moment und Ort ist, an den Gott mich gestellt hat. Ich möchte also beginnen, mir bewusst zu machen, dass dieser Moment richtig ist, dass er nicht verkehrt ist und ich ihn nur annehmen muss. Denn zu was führt eine Ablehnung? Wir werden verbittert, wir kämpfen gegen unsere Bestimmung, bei der Arbeit, in der Familie und im ganzen Alltag. Mir wird dabei bewusst, dass der Grund dafür, dass ich diesen, und den nächsten Atemzug erlebe, der ist, weil Gott mir diesen Atemzug schenkt. 

 

Und wieder erkenne ich meine Bedürftigkeit. Und meine Bestimmung. Ich füge mich, und nicht, weil ich mich damit einschränke, sondern weil diese Unterwerfung meine Freiheit bedeutet. Ich ordne mich unter, und erlebe meine ganz eigene Freiheit und Gnade. Das ist die Freiheit der Kinder Gottes, von der alle sprechen. Ich arbeite, ich gehe dorthin, wo meine Aufgabe ist und lebe im Augenblick, und bin so ein Empfänger Gottes Gnade in meinem Leben.

 

Wo bist du gerade? Bist du an dem Ort, an dem dein Herz Ruhe findet? Wir können jeden Ort zu diesem Ort machen. Es erfordert nur ein Herz, welches Jesus sucht und welches sich von ihm finden lässt, egal wo, egal in welchem Land. 

 

Sheila