Die ersten Ansagen des neuen US-Präsidenten Donald Trump, schnellstmöglich eine Mauer zu Mexiko zu bauen, lösten auch in Nicaragua große Ängste aus – und andererseits auch völlig überzogene Erwartungen: Wenn sich ein Land so gegen Zuwanderung schützt und zugleich tausende Arbeitsplätze neu schaffen will – ja, dann muss ich es doch auch schaffen können, das Märchen „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Viele wollen ausreisen, solange es noch möglich scheint.

 

So sahen Kepplers am Flughafen eine Frau, die unter Tränen verabschiedet wurde. „Sie wird weggehen“, sagten ihre Verwandten. Die jüngste Tochter sei gerade mal 14 Monate alt – und wird zurückgelassen. In den Schulungsgruppen für Landwirtschaft, die Johannes mit Angelika betreut, haben mittlerweile 30 von 150 Frauen abgebrochen, um Richtung USA oder eben Spanien aufzubrechen. Selbst eine verantwortliche Mitarbeiterin der Kirche vor Ort seufzte: „Ach, hätten sie doch Platz im Koffer, ich wäre sofort dabei.“ Und das alles, obwohl die Schleuser 8.000 US-Dollar verlangen, manche Frauen mangels Finanzen mit ihrem Körper bezahlen müssen. Alles im Aufbruch sozusagen. Johannes und Angelika müssen warnen, Illusionen zerstören – und Alternativen bieten. In den Landwirtschaftsgruppen gibt es da viel zu bedenken: Wie kann man die Bohnen wirtschaftlicher ausdreschen? Wie die kostbare Ernte einlagern, wenn die Preise nach der Ernte tief sind? Wie kann man das erwirtschaftete Geld gut anlegen? Wie können die Kinder eine gute Ausbildung bekommen – und wie kann man sich das leisten? In all diesen Fragen ist Kepplers kleine blonde Tochter Lea nicht nur „ein süßes Hinguckerle“, sondern auch „Anschauungsunterricht“ dafür, wie Christen mit ihren Kindern umgehen.

 

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