Wenn eine Agrarspezialistin aus dem tansanischen Norden auf Heimataufenthalt zurück in die Lüneburger Heide kommt, was fällt ihr dann auf? Dorothea zählt im Rundbrief auf: „Eine Rose, Überfluss, Leitungswasser zu direktem Genuss, die Zahnbürste unter dem Wasserhahn abspülen zu können, heißes Wasser aus der Leitung, Mülltrennung, Präzision und ein Sinn für Schönes, ein frisches Brötchen, frischer Salat, Elektroautos, eingesammelte Hundehaufen, Frauen in kurzen Hosen, Trinkgeld geben…“. Man ahnt ein wenig, was sie alles entbehrt, wenn sie in einem der kargsten Gebiete des afrikanischen Landes neue Agrarmethoden und Bodenkonservierung einführen soll. Dorothea kann dort auch die Erfahrungen aus der Heimat einbringen: In der Lüneburger Heide wurde durch das als „Plaggen“ bezeichnete Abtragen des Oberbodens als Streu für die Ställe der Heidschnucken Dünger hergestellt. Und die Einstreu – versetzt mit Kot und Harn der Schafe – wurde auf die Felder ausgebracht. Aber der Boden ging dadurch kaputt, wurde in 50 cm Tiefe steinhart. Regen wusch die letzten Nährstoffe aus. Wie in Tansania. Deshalb braucht es Regeneration mit frischem Kompost. Braucht es neue Ideen wie die Imkerei, denn die Blüten der Trockenpflanzen sind ja vorhanden. Dorothea hat es dabei als Frau nicht leicht in der männerdominierten Welt der Kleinbauern. Denn wer will schon gern liebgewordene Gewohnheiten aufgeben, wie zum Beispiel das Wasser mit Brennholz abzukochen? Auch, wenn offensichtlich nach und nach die letzten Bäume fallen? Die Kirche will die Schöpfung bewahren.  Neue Anbaumethoden werden aber ihre Zeit brauchen, deshalb vielen Dank an alle, die für Dorotheas Durchhaltevermögen beten. Beides kann viel bewirken.

 

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