Stuttgart (idea) – Ein afrikanischer Missionsleiter hat die Christen in Deutschland aufgerufen, das Evangelium trotz Widerständen mutig zu bezeugen. „Die Wahrheit ist die Person Jesus Christus. Haben wir den Mut, diese Wahrheit zu verkünden, wenn uns in der Welt Atheismus, Pluralismus und falsche Lehren begegnen?“, sagte der Direktor der CAPRO Mission Nigeria (CAPRO steht für Calvary Productions), Sam Kputu (Lagos), in einer Videobotschaft auf der Konferenz für Weltmission an Christi Himmelfahrt (21. Mai). Das Treffen wurde wegen der Corona-Pandemie als Online-Gottesdienst übertragen.

 

Kputu weiter: „Wir können ganz einfach gute Dinge tun, Krankenhäuser und Schulen bauen. Dafür wird uns die Welt nicht hassen. Aber wenn wir die Wahrheit in Jesus Christus verkündigen, dann wird die Welt widerstehen.“ Kputu berichtete von der langjährigen Kooperation mit „Hilfe für Brüder International“. So konnten 50 Projekte in 14 Ländern gemeinsam realisiert werden.

 

Insgesamt sind 700 CAPRO-Missionare aus 14 meist afrikanischen Nationen in 35 Ländern tätig. Wie gefährlich diese Arbeit sein kann, zeigte ein Angriff auf die Familie von Canon Bayo Fomonure, einem der Mitgründer der CAPRO-Mission. Sie wurde am 5. Mai östlich der nigerianischen Hauptstadt Abuja von Fulani-Kämpfern überfallen und konnte nur knapp dem Tod entrinnen.

 

Ulrich Weinhold gibt Aufgaben an Leitungsteam ab

 

Veranstalter der Missionskonferenz waren die „Christlichen Fachkräfte International“, die Fachstelle für Freiwilligendienste „Co-Workers International“ und „Hilfe für Brüder International“. Deren bisheriger Leiter Ulrich Weinhold (Stuttgart) gab auf der Konferenz seine Aufgaben ab. Künftig wird das Gesamtwerk durch ein Leitungsteam vertreten, bestehend aus den langjährigen Mitarbeitern Désirée Schad (Co-Workers), Bernd Lutz (Christliche Fachkräfte) und Tobias Köhler (Hilfe für Brüder).

 

Weinhold hatte die Geschäftsführung der drei Werke 2006 von Pfarrer Winrich Scheffbuch (Stuttgart) übernommen. Er möchte sich in den kommenden beiden Jahren beruflich neu orientieren und wird dem Gesamtwerk noch als Syndikus (Rechtsanwalt) und Berater, als Prediger sowie in der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stehen.

 

Wie der Vorstandsvorsitzende des Gesamtwerks und Geschäftsführer der ChristusBewegung „Lebendige Gemeinde“, Dieter Abrell (Stuttgart), berichtete, hat Weinhold die Organisation in Deutschland und weltweit vernetzt und sie vorangebracht. Die jetzigen Leiter hätten mit ihrer sehr guten Zusammenarbeit das Leitungskomitee davon überzeugt, dass zukünftig kein Gesamtleiter mehr nötig sei.

 

Was die neuen Leiter planen

 

Désirée Schad vom Leitungsteam rief dazu auf, im Gottvertrauen weiter im Missionsdienst zu arbeiten. Geplant sei, auch 2020 trotz der jetzt noch geltenden Reisebeschränkungen 45 Jugendliche auf Auslandseinsätze unter anderem in Israel, Uganda und Rumänien vorzubereiten. Man sei dankbar für die Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Bernd Lutz erklärte, dass auch CFI weiterhin neue Entsendungen vorbereite. Außerdem seien von 65 Entwicklungshelfern des Werkes noch 60 vor Ort im Ausland und leisteten in den Corona-bedingten Notlagen wichtige Hilfe: in Krankenhäusern, aber auch in der geistlich-seelsorgerlichen Begleitung von Kindern und Jugendlichen, Alten und Prostituierten.

 

Tobias Köhler berichtete von massiven Problemen bei zahlreichen Projektpartnern von „Hilfe für Brüder“. Weil Gottesdienste ausfielen, Tagelöhner keine Arbeit fänden und Nahrungsmittelkosten quasi „explodierten“, befänden sich viele langjährige Partner in einer Existenzkrise. Hier wolle er mit seinem Team helfen, wie er vor den mehr als 1.000 Live-Zuschauern bei YouTube ankündigte. Dort ist der Gottesdienst weiter abrufbar.

 

„Hilfe für Brüder International“, „Christliche Fachkräfte International“ und die Fachstelle für Freiwilligendienste „Co-Workers International“ sandten auf der Konferenz 69 Mitarbeiter aus, die teilweise mit ihren Angehörigen ins Ausland reisen werden. Das Gesamtwerk wurde 1980 gegründet und betreut derzeit 224 Projekte in 79 Ländern.