Hilfe für Brüder International hat zu Beginn des Jahres 2021 eine Umfrage unter seinen Partnern gestartet. Wir erhielten überwältigende 200 Antworten aus 75 Ländern. Die befragten Regionen sind Asien, Ost- und Westafrika, der Nahe Osten inkl. Nordafrika (MENA), die Länder der ehemaligen Sowjetunion und Lateinamerika.

 

Mehr als die Hälfte unserer Partner sind persönlich von Covid-19 betroffen, waren also selbst erkrankt oder hatten Erkrankte im direkten Umfeld. Die Pandemie hat außerdem starke Auswirkungen auf die Wirtschaft. Ein Partner aus Algerien sagt hierzu: „Die Arbeitslosigkeit war noch nie so hoch. 35 Prozent der jungen Leute sind ohne Job und viele Menschen haben ihren alten Job verloren.“ Aber auch auf die Arbeit der Partner hat Covid-19 einen großen Einfluss. Zahlreiche Organisationen erzählen, dass die Covid-19-Prävention als eine Kernaktivität in alle Aspekte des Dienstes integriert wurde. Neben Essen werden viele Masken und Desinfektionsmittel verteilt. Trotz zahlreicher Einschränkungen – wie beispielsweise den Verzicht auf Reisen oder Präsenzbesuche – erzählen unsere Partner auch von neuen Chancen, welche unter anderem die vermehrte Nutzung von Online-Medien bringen. Ein Partner aus Sambia erzählt uns dazu: „Die Kirche ist von Versammlungen mit großen Menschenmengen zu Kleingruppen übergegangen. Wir sehen, wie effektiv die Jüngerschaft dadurch geworden ist. Die Nutzung von sozialen Medien hat sich dabei als sehr hilfreich herausgestellt.

 

Fast alle Partner bestätigen, dass geistlich während der Pandemiezeit viel passiert ist. Generell werden viele Menschen – gerade durch die Unsicherheit, welche Covid-19 mit sich bringt – offener für den Glauben. Was für eine Kraft darin liegt, wenn man persönlich mehr Zeit mit Gott hat, berichtet uns ein Partner aus Aserbaidschan: „Seitdem die Einschränkungen in Kraft getreten sind, bin ich tiefer in das Bibellesen eingestiegen und habe im Jahr 2020 mehr Offenbarungen gehabt als in meinem ganzen bisherigen Christenleben zusammen.“ Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Christen eine theologische Ausbildung starten möchten und die Zahl an einheimischen Missionaren zu wachsen scheint.

 

Ein Partner aus Havanna, Kuba berichtet uns, dass seine Gemeinde von 150 Gottesdienstteilnehmer auf 1.500 Online-Gottesdienstteilnehmer gewachsen ist. Auch in Deutschland haben wir von solchen Entwicklungen gehört, dass besondere ist jedoch, dass der Partner berichtet, dass sie mit ca. 80% der Online-Teilnehmer in persönlichem Kontakt stehen und Jüngerschaft leben.

 

Die finanzielle Lage stellt für viele Partner jedoch eine Herausforderung dar. 75% aller Befragten geben an, dass sich die finanzielle Situation verschlechtert hat. Der Grund dafür ist, dass in vielen Ländern die Einnahmen aus dem Inland sowie die Spendengelder aus dem Ausland zurückgegangen sind. Nur wenige konnten neue Geldquellen erschließen. Was die Zukunftsaussichten betrifft, haben alle Regionen die Erwartungshaltung, dass weitere Beschränkungen kommen werden. Gerade in Lateinamerika sind unsere Partner am stärksten besorgt.

 

In aller Unsicherheit und Sorge vertrauen wir jedoch: Unser Gott ist größer und er weiß genau, was wir brauchen, noch bevor wir ihn darum bitten (nach Matthäus 6,8).

 

Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier