Seit über 5 Monaten ist Annika in Äthiopien als Lernhelferin in einer deutschen Familie tätig. Außerdem veranstaltet sie regelmäßig Lesegruppen an einer einheimischen Schule. In ihrem Beitrag schreibt sie unter anderem über die Stärke äthiopischer Mädchen und Frauen.

 

Mein Name ist Annika und ich bin seit 4 Monaten in Äthiopien als Lernhelferin tätig und wohne bei einer deutschen Familie. Die Zeit ist bis jetzt unglaublich bereichernd und sehr gesegnet. Ich darf hier unglaublich viel lernen und erfahren. Je länger ich hier bin, desto mehr kriege ich von der Kultur mit und desto intensiver wird der Kontakt zu den Äthiopiern, was sehr schön ist.

 

Seit ein paar Wochen beschäftigt mich besonders das Thema FRAU SEIN. Ich habe gerade im letzten Monat von einigen Fällen gehört, in denen Frauen geschlagen oder Mädchen vergewaltigt wurden. Häusliche Gewalt findet leider oft statt und Frauen sind ihren Männern fast immer untergeordnet. Außerdem sind viele Frauen nach wie vor fürs Kochen und den ganzen Haushalt zuständig. Auch wenn sich da gerade in der neuen Generation etwas verändert und viele Mädchen in meinem Alter große Träume haben und zum Beispiel Pilot werden oder im Ausland studieren wollen. Dennoch fällt mir immer wieder auf, wie unsicher viele Mädchen sind und ich glaube viele wissen gar nicht wie wunderbar und wertvoll sie in Gottes Augen sind. Dabei haben die Mädchen und Frauen hier allen Grund dazu, stolz auf sich zu sein und ich sehe immer wieder aufs Neue, wie schön, stark und wertvoll sie sind!

 

Da ich in meinem Alltag sowohl mit kleineren Mädchen, mit Mädchen in meinem Alter als auch mit Frauen zu tun habe, finde ich es immer sehr spannend, was sie für Geschichten erzählen und ich hoffe, ich kann ihnen zeigen, dass sie in Gottes Augen mehr als genug sind und dass sie starke Persönlichkeiten sind. Ich darf hier immer wieder erleben wie Gott durch mich wirkt. So wie Jesus der Samariterin das ewige Wasser versprochen hat und sie nicht wegen ihrer fünf Ehen verurteilt hat, sondern sie mit liebenden Augen angeschaut hat, will auch ich mich darin üben, den äthiopischen Frauen mit offenem Herzen zu begegnen. Ich möchte ihnen zeigen, dass sie mehr sind als das, was die Kultur, die Meinung der anderen oder die Schläge ihrer Männer ihnen sagen.

 

Ich bin gespannt, was Gott noch mit mir in diesem wunderschönen Land vorhat und ich hoffe, dass ich besonders den Frauen zeigen kann, dass sie geliebt sind und dass der Psalm 139  sie jeden Tag daran erinnert, wie wunderbar sie gemacht sind!

 

„Meine guten Gedanken über dich sind so zahlreich wie der Sand am Meeresstrand.“

(Psalm 139, 17-18)

 

Allerliebste Grüße aus dem sonnigen Äthiopien,

 

Annika