Unsere Auslandsmitarbeiter erleben den Lock-down in den verschiedenen Einsatzländern ganz unterschiedlich, eines aber ist fast überall der Fall: Das öffentliche Leben erstirbt, Dienstleistungen werden nicht mehr angeboten. Schulen und Universitäten, Märkte und Fabriken, manchmal aber auch Krankenhäuser und Medizinstationen müssen ihre Angebote drastisch reduzieren.

Was macht man, wenn es nichts zu machen gibt? Wir hatten bereits berichtet, dass unsere Mitarbeiterin Tatjana Dummler im Niger eine Masken-Produktion angeschoben hat. Z. B. nähte ein Team von Frauen, die an den Gesundheitszentren in Danja normalerweise in der Reintegration arbeiten, fleißig Mund-Nasen-Masken. So konnten diese wenigstens ein bescheidenes Einkommen erwirtschaften. Doch nachdem viele Patienten entlassen wurden und neue kaum noch aufgenommen werden können - auch, weil sich viele die Krankenhauskosten schlicht nicht mehr leisten können oder die zur Versorgung notwendigen Angehörigen das Krankenhausgelände nicht mehr betreten dürfen - hat Tatjana noch einmal „umdisponiert“. Und kümmert sich verstärkt um die verbliebenen kleinen Patienten, die als Söhne und Töchter von Nebenfrauen mit heißem Öl oder kochenden Wasser übergossen werden – nur, weil sie der Vater mehr mag als die Kinder der Hauptfrau. Tatjana behandelt die Kinder liebevoll, achtet auf ihren Schmerz beim Verbandswechsel – aber sie nimmt sich auch Zeit, um mit den Kindern mal Quartett oder Memory zu spielen.

Alles nur Kleinigkeiten, oder? Ja, aber solche, die GOTTES Liebe zeigen. Sie werden möglich, weil Tatjana sich „herablässt“, auch einmal für einfache Kinder da zu sein, was für Erwachsene in der Kultur des Niger eher außergewöhnlich ist. Und sie werden möglich, weil Sie mit Ihren Gebeten und Spenden mithelfen. Herzlichen Dank dafür.

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