Echterdingen (idea) – Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze. Diese Ansicht vertrat der Physiker Prof. Thomas Schimmel (Karlsruhe) auf der Jugendmissionskonferenz (JuMiKo) am 5. Januar in Echterdingen bei Stuttgart.

 

Zu der Veranstaltung in der Messe Stuttgart kamen etwa 4.500 Besucher. Laut dem Naturwissenschaftler gibt es gute Gründe, von der Existenz Gottes auszugehen. Die Tatsache, dass es das Universum und Leben gebe, lasse sich kaum erklären, ohne von einem Schöpfer auszugehen, der dafür verantwortlich sei.

 

Beispielsweise seien die Naturgesetze so fein austariert, dass schon kleinste Abweichungen jegliches Leben im Universum unmöglich machen würden. Die Handschrift des Schöpfers sei also in der Schöpfung zu erkennen. Viele bedeutende Naturwissenschaftler wie Max Planck (1858–1947), Werner Heisenberg (1901–1976) und Albert Einstein (1879–1955) hätten das anerkannt.

 

Rosenfelder: Sehnsüchte zu Jesus bringen
Der Referent der Studentenmission Deutschland (SMD) in der Region West, Joel Rosenfelder (Köln), sagte bei einer Bibelarbeit, auch Christen könnten unter unerfüllten Sehnsüchten leiden. Er rief dazu auf, sich als Christ drei Fragen zu stellen: „Wohin schweifen deine Gedanken häufig ab? Worüber machst du dir viele Sorgen? Welche unerwünschte Gebetsanliegen könnten dazu führen, dass du deinen Glauben infrage stellst?“

 

Diese Fragen könnten dabei helfen, geheime Sehnsüchte des Herzens aufzudecken. Dabei könne es zum Beispiel um das eigene Aussehen, beruflichen Erfolg oder die Partnersuche gehen. Um damit umzugehen, empfahl Rosenfelder, diese Sehnsüchte Jesus zu bringen und dann „in die andere Richtung“ zu gehen.

 

Das habe auch die in Johannes 4 geschilderte Samariterin getan. Sie sei zum Brunnen gekommen, um Wasser zu holen. Sie sei dort jedoch auf Jesus getroffen und habe das, was sie belastet habe, bei ihm abgelegt. Das habe sie motiviert, anderen Menschen von Jesus zu erzählen.

 

Brandenburg: Die Zahl der Kirchenmitglieder ist von über 90 auf 19 Prozent gesunken
Da die Zahl der Christen im Bundesland Brandenburg abnimmt, ist es notwendig, auch auf ungewöhnliche Weise das Evangelium zu verbreiten. Darüber wurde in einem Seminar über „Kreative Gemeindegründung“ berichtet. In dem Bundesland sind von den 2,6 Millionen Einwohnern nur noch 16 Prozent Protestanten und drei Prozent Katholiken.

 

1947 waren über 90 Prozent der Einwohner Kirchenmitglieder. In der Stadt Brandenburg an der Havel hat Pastor Hans-Martin Richter 2017 mit Hilfe von Spenden eine bei eBay angebotene katholische Kirche gekauft und zusammen mit anderen die St. Bernhard-Gemeinschaftskirche im Arbeiterviertel Walzwerksiedlung gegründet.

 

Wie er sagte, muss man in dem atheistischen Umfeld auf die Kultur der Bürger eingehen, wenn man sie erreichen wolle. So biete man sonntags abends „Bibelentdeckerkurse“ für Menschen an, die noch nie eine Heilige Schrift gelesen hätten.

 

Gottesdienst mit einer Kirchenbank-Kaffeetassenhalterung
Da Brandenburger oft Kaffeetrinken würden, könnten sie das auch im Gottesdienst mit Hilfe einer Kirchenbank-Kaffeetassenhalterung. Im ehemaligen Pfarrhaus errichte man zurzeit eine Wohngemeinschaft für christliche Studenten, um so auch Kontakt zu der Technischen und Medizinischen Hochschule in der 73.000 Einwohner zählenden Stadt zu bekommen.

 

Vor allem aber versuche man, Kinder zu erreichen. Laut der Verantwortlichen für diese Arbeit, Susann Brückner, hat die junge und noch kleine Gemeinde mittlerweile Verbindung zu etwa 30 Kindern. Laut Pastor Richter lädt seine Gemeinde am 29. Februar alle Interessierten, die in Brandenburg bei Gemeindegründungen mithelfen wollen, zu einem Informationstag ein (www.st.-bernhard-brb.de).

 

Die St. Bernhard-Gemeinde gehört zum pietistischen Gemeinschaftswerk Berlin-Brandenburg in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

 

Über 40 Kurz- und Langzeitmissionare ausgesandt
Am Ende der JuMiKo stellten sich über 40 Christen mit ihren Ehepartnern und Kindern vor, die in den nächsten Monaten von Missions- und Hilfswerken ausgesandt werden. Sie gehen als Theologen, Pädagogen, Mediziner oder Ingenieure nach Afrika, Asien und Südamerika.

 

Der Direktor der Werke „Hilfe für Brüder“, „Christliche Fachkräfte International“ und „Co-Workers International“, Ulrich Weinhold (Stuttgart), erinnerte sie daran, was der Weg in die Mission für Folgen haben kann.

 

Er berichtete über den im Juli 2019 verstorbenen Mitarbeiter der Liebenzeller Mission, Gerhard Stamm. Er war während seines Einsatzes in Papua-Neuguinea bei einem Unfall ums Leben gekommen.

 

Über die Jugendmissionskonferenz
Mit über 100 Ausstellern ist die Jugendmissionskonferenz Deutschlands größte Fachmesse für Berufe in Mission und Entwicklungshilfe. Die erste Jugendmissionskonferenz fand 1981 in Stuttgart statt – anfangs alle zwei Jahre und seit 2004 jährlich.

 

Veranstalter der JuMiKo ist die „Lebendige Gemeinde – ChristusBewegung in Württemberg“ in Zusammenarbeit mit Gemeinschafts- und Jugendverbänden, Bibelschulen sowie evangelikalen Missionswerken. Ausrichtung und Gesamtorganisation liegt bei dem Entwicklungsdienst Christliche Fachkräfte International (Stuttgart).