In der Zwischenzeit habe ich fast fünf Wochen in einer kongolesischen Familie gelebt. Wie anders ist doch ihr Leben.  Die Kinder stehen morgens ganz  früh auf, denn bevor sie zur Schule gehen, müssen sie viel tun. Jedes Kind hat eine bestimmte Aufgabe. Ein Kind muss den Hof fegen, ein anderes Wasser auf einem Holzkohlenfeuer für die Familie kochen, damit sich alle heiß waschen können und ein Kind muss dem Abwasch des Vorabends erledigen.


In mehreren Schüsseln auf dem Boden. Dabei werden die Töpfe mit feinem Sand gescheuert. Wieder ein anderes muss zur Wasserquelle und frisches Wasser  besorgen und auch das Haus wird geputzt. Jede Aufgabe ich enorm wichtig. Sauberkeit ist ein Überlebensgebot in Afrika, weil man schnell eine Krankheit  bekommen kann. Medikamente sind teuer. Wenn alles erledigt ist, müssen die Kinder im Laufschritt zur Schule, damit sie pünktlich ankommen. Eine Stunde laufen sie. Schulbusse gibt es nicht. Die Eltern können es sich nicht leisten für die 5 Kinder Pikipikis (Mopedtaxis) zu bezahlen. Ein Glück, wenn es regnet, dann brauchen sie nicht los. Ihr könnt den Tropenregen nicht mit dem Regen bei uns vergleichen. Es ist tatsächlich nicht möglich, wenn es regnet loszugehen. Eine Schulpflicht gibt es hier nicht. Bücher auch kaum. Da  die Schule Schulgeld kostet, bleiben viele Kinder zu Hause und arbeiten schwer auf dem  Feld, oder im Haus, weil es für die Eltern viel zu teuer wäre sie zur Schule zu schicken.  Viele Eltern haben kein Geld den Kindern ein Frühstück zu geben. Dann essen sie nur eine einzige Mahlzeit am Tag.  In „meiner“ Familie essen die Kinder morgens einen ungezuckerten Maisbrei, der mit Wasser gekocht wird und nachmittags etwas Mais, Kochbananen oder Reis mit Bohnen. Abends essen sie „Fufu“, einen Mais-, Maniokbrei dazu gekochte Kürbis- oder Maniokblätter.  Manchmal ist auch getrockneter Fisch darin.  Manchmal essen sie auch Kartoffeln mit einer Soße und einem kleinen Stückchen Fleisch. 
Das Leben für die Menschen  im Kongo ist viel schwerer als bei uns  in Deutschland. Weihnachtsgeschenke, bekommen die Kinder nicht, denn man kann kein Spielzeug kaufen. Die Jungs sind schon zufrieden, wenn sie mit 2 Murmeln kickern können. Manchmal findet man allerdings Spiele auf dem Markt, und zwar so wie bei uns auf dem Flohmarkt. Alte Stofftiere und anderes mehr. Aber selbst das können sich nur wenige Leute leisten. Dennoch sind die Kinder glücklich, denn sie leben einfach aber sehr eng und vertraut zusammen.