Die "Synode Urbaine" will den Menschen helfen, ein vernünftiges eigenes Einkommen zu erzielen und der Armut zu entfliehen. So kam es zur Zusammenarbeit mit Ralf Schmitz, der mit seiner Frau und vier Kindern nach Kinshasa gezogen ist - was übrigens auch die Frage beantwortet, ob man mit Kindern nach Afrika ausreisen kann. Gemeinsam mit der Kirche entwickelte der Handwerksmeister aus Köln eine Schulung für Handwerker und Kleinunternehmer, die betriebswirtschaftliche Voraussetzungen und ethische Grundwerte der Betriebsführung vermittelt. Entwickeln von Geschäftsideen, Planung der erforderlichen Finanzen, Preisbildung am Markt, Umgang mit der tagtäglichen Korruption - die Schulungen sind so vielfältig wie die Teilnehmer, die aus den Slums der Großstadt genauso kommen, wie mittlerweile aus den Ministerialbüros.
Eine große Herausforderung war die Vorgabe, dass die Teilnehmer für die Schulung eine kleine Gebühr bezahlen müssen. Viele hielten das Projekt für zum Scheitern verurteilt - heute bestehen lange Anmeldefristen, das Projekt finanziert sich weitgehend selbst, über 500 Kleinunternehmer werden betreut. Für jeden Einzelnen hat sich im Leben etwas verändert. Ein Auskommen für die Familie, neues Selbstwertgefühl, Dankbarkeit für das Erreichte. In vielen Gesprächen konnte Ralf Schmitz erfahren, dass sein Seminar weit mehr war als bloße Wissensvermittlung. Vier Jahre Kinshasa haben sich gelohnt.


