Wie deutsch man wirklich ist, merkt man erst, wenn man im Ausland ist. Das mussten auch Marc- David, Theresa, Lysann und Janosch in ihren ersten vier Wochen auf den Philippinen feststellen. Damit ihr euch zumindest ein wenig vorstellen könnt, was sie dort so erleben,  geben sie euch einen Einblick in ihr Leben und ihre Arbeit.


„No Problem,  Sir Janosch, on the Philippines no plan is plan …“ bekam ich als beschwichtigende Antwort, als ich mich bei meinen Schülern entschuldigte, als mich mein Stundenplan 10 Minuten zu spät in den Unterricht geschickt hatte. Auch dass ich nicht vorbereitet war, weil ich laut Stundenplan statt Englisch jetzt eigentlich Religionsunterricht gehabt hätte, war mit dieser Antwort  abgetan. Das mag zwar im Moment beruhigen, ist für mich als Deutscher aber erst einmal gewöhnungsbedürftig. Seltsam ist auch, dass ich vor einigen Wochen selbst noch die Schulbank drückte und jetzt als Lehrer vor einer Abschlussklasse stehe. Hier in der Jabez Christian School in Dasmarinas unterrichte ich Informatik, Wirtschaft und Englisch im Senior Year der High School, wo ich mit meinen achtzehn Jahren auch gleichaltrige Schüler vor mir sitzen habe. Im Religionsunterricht in der Grundschule verleiht mir der Altersunterschied dann etwas mehr Autorität.

 

Ähnlich zu kämpfen mit der „Spontanität“ der Filipinos hatte auch Lysann: Als ich mit einer Lehrerin den Klassenraum betrete, um mir zum ersten Mal ein Bild von der Klasse zu machen, verkündigt sie der Klasse auf der Türschwelle: „Das ist eure neue Lehrerin. Ihr könnt sie Teacher Lucy nennen. Sie wird euch heute unterrichten!“ Ich blick noch einmal verängstigt und schockiert zu der Lehrerin und sie lächelt mich an und sagt: „Unterrichte sie einfach!“ Obwohl ich als Abiturient noch keine Lehrerfahrung hatte, wurde es gar keine schlechte Stunde. Mittlerweile fühle ich mich auch schon ganz wohl in der Grundschule, in der ich täglich drei Klassen in Religion unterrichte. Auch wenn nach dem zur Begrüßung  im Chor geschrieenen „Mabuhay“ (Alles Gute!) die Klasse im Chaos versinkt.

 

Ähnliche Erfahrung macht auch Theresa in ihrer Vorschulklasse, denn außer Sekundenkleber hält zweijährige Philippinos nichts an ihren Plätzen. Marc- David arbeitet hingegen ganz praktisch auf der Campsite, einem Ferienlager auf dem mehrere Hektar großen Schulgelände mit. Da dort nicht wirklich Englisch gesprochen wird, ist er noch am meisten auf ein tadelloses Tagalog (Filipinos) angewiesen. Letzte Woche kam auch Rahel zurück, die ihren Co-Workers- Einsatz um ein Jahr verlängert  und sich wieder um die Kinder im „Home of Joy“ (Waisenhaus) kümmert. Sie hat sich schon längst an Eigentümlichkeiten wie die hohe Luftfeuchtigkeit, die Temperaturen und den Reis gewöhnt.Bis das alles für uns Alltag geworden ist, wird es bestimmt noch ein wenig dauern.

 

Wir wollen euch aber auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, was wir hier in unserem Einsatz so erleben.

 

Bis bald!

 

Viele Grüße von Janosch und Lysann