Als ich davon hörte, dass ich als Co-Worker für ein Jahr nach Äthiopien gehen darf, war ich voller Vorfreude und natürlich gespannt, was auf mich zukommen würde in einem Land, in dem ich eindeutig als Weiße auffallen werde.
Die Ankunft in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, bestätigte meine Gedanken, die ich mir im Voraus gemacht hatte. Die Menschenmassen strömten zu ihren Gepäckstücken und zwischendrin standen mein Mit-Co-Worker und ich als fast einzige Weiße und wurden auch prompt vom Flughafenpersonal auf Amharisch, der Landessprache Äthiopiens, angesprochen. Natürlich konnte ich nur auf Englisch antworten, dass ich ihn nicht verstehe, was bei ihm auf Unverständnis stieß und bei mir auch zu Verwirrungen führte. Im ersten Moment fühlte ich mich etwas hilflos und fragte mich, ob das das ganze Jahr so sein würde.
In den ersten Wochen strömten die Eindrücke nur so auf mich ein. Wir wurden von vielen Leuten eingeladen und vielen Leuten vorgestellt und lernten somit auch viele Menschen kennen. Alles um einen herum erschien anders, neu und interessant. Die Landschaft, die Architektur, die andere Sprache, das landestypische Essen, die für einen kaum auszusprechenden Vornamen, die Tiere, die hier frei herumlaufen und besonders die Reaktion der Einheimischen auf die mir so vertraute weiße Haut waren prägend. Jedoch waren und sind die Menschen hier mir gegenüber so freundlich, herzlich und offen, dass man sich einfach wohlfühlen muss.
Nach nun fast vier Wochen im Land kann ich sagen, dass ich mich gut eingelebt habe. Natürlich kann ich meine Hautfarbe nicht ändern und die amharische Sprache stellt für mich eine große Herausforderung dar. Jedoch wurde mir bewusst, dass, egal welche Sprache man spricht und egal welche Hautfarbe man hat, jeder ein Geschöpf Gottes ist und ich mit den Christen hier im Land eine gemeinsame Basis habe, die Jesus Christus ist. Somit freue ich mich auf die bevorstehende Zeit und bin gespannt, was Gott mit mir hier vor hat.


