Im Vorfeld der JuMiKo gab Peter Hahne ein Interview beim Evangelischen Pressedienst (epd). Hier sein "Klartext" aus Berlin zum Thema Weltmission.

 

Stuttgart, Berlin (epd). An diesem Sonntag (7. Januar) werden wieder 5.000 Teilnehmer zur jährlichen Jugendmissionskonferenz (JuMiKo) auf der Stuttgarter Messe erwartet. Einer der Hauptredner ist der TV-Journalist Peter Hahne, der Ende vergangenen Jahres beim ZDF in den Ruhestand verabschiedet wurde. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) verrät der 65-Jährige, der von 1992 bis 2009 dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehörte, warum er sich selbst als Missionar versteht.

 

epd: Herr Hahne, warum sollten junge Christen Missionare werden?

 

Hahne: Weil es das, was einem am wichtigsten ist, zu teilen gilt. Christsein ist keine Soloveranstaltung auf dem frommen Sofa, Christsein gibt es nur mit Gemeinde und mit Zeugnis. Dafür reicht schon die nähere Umgebung. Aber sein ganzes Leben in den Dienst der Mission zu stellen, dazu bedarf es einer konkreten Berufung. Deshalb freue ich mich, dass Jahr für Jahr Tausende zur JuMiKo kommen, obwohl sie genau wissen, dass die "Gefahr" besteht, aus der Welt des Wohlfühl-Christentums herausgerissen zu werden. Ich will diesen Sonntag jedenfalls kräftig dazu beitragen.

 

epd: Mission wird in vielen Köpfen mit Intoleranz und dem Überstülpen fremder Glaubensvorstellungen verbunden. Ist das aus Ihrer Sicht ein berechtigter Einwand?

 

Hahne: Die württembergischen Missionswerke sind der Gegenbeweis, siehe die Stuttgarter Organisation "Hilfe für Brüder". Überall, wo Jesus-Missionare im Einsatz sind und waren, kamen auch Bildung, medizinischer und sozialer Aufschwung. Bergab gings immer dann, wenn – zum Beispiel in Afrika – kommunistische oder islamistische Diktaturen ans Ruder kamen. Ich wünsche mir mehr Selbstbewusstsein! Die württembergische Kirche ist mit ihrem starken Pietismus die lebendigste in Deutschland und stellt die meisten Missionare. Und weil sie die meisten Missionare stellt, ist sie so lebendig. Zwei Seiten einer Medaille. Mission und Evangelisation sind der Pulsschlag der Kirche - sonst kommen Herzrhythmusstörungen und eine Theologie der leeren Kirchenbänke, die anderswo zu dramatischem Gemeinde-Sterben führt.

 

epd: Sehen Sie sich selbst als "Missionar"?

 

Hahne: Aber klar! Das erste Porträt über mich vor 40 Jahren trug die Überschrift: "In doppelter Mission". Was ironisch gemeint war, traf die Sache haarscharf: Leidenschaftlicher Journalist und Jesus-Zeuge. Der schönste Brief zum ZDF-Abschied kam von Ex-Bundespräsident Joachim Gauck: "Sie waren Zeit ihres Berufslebens ein erkennbarer Christ."

 

epd-Gespräch: Marcus Mockler