Als ich vor zwei Jahren zu meinem Co-Workers Einsatz nach Angola aufbrach, begann ein neuer Lebensabschnitt. Ich bin in eine ganz neue Welt aufgebrochen, während meine Familie zu Hause blieb. Nun studiere ich und meine Schwester Sophia machte im Sommer ihr Abitur und war dieses Mal an der Reihe mit der Entscheidung, was sie als nächstes tun wird. Ich habe mich sehr mit ihr gefreut, als sie sich ebenfalls dazu entschloss einen Einsatz mit Co-Workers zu beginnen.

 

Zeit die Perspektive zu wechseln. Ich weiß, wie es ist, mich selbst auf den Weg zu machen in eine neue Kultur, Sprache, Aufgabe, Familie und Umgebung. Doch nun bin ich diejenige, die daheim sitzt und mitbekommt, wie es ist, wenn die eigene Schwester weit fortgeht. Für mich war es damals vor zwei Jahren relativ einfach. Der Flug stand fest, das Gepäck war gepackt und die Aufgaben anschließend vor Ort hielten mich beschäftigt. Darüber, wie es daheim aussieht, habe ich mir nur wenig Gedanken gemacht. Diese Zeit habe ich jetzt. Es ist anders, wenn ich am Wochenende heimkomme und Sophia nicht in ihrem Zimmer sitzt und wir uns über die vergangene Zeit und Erlebnisse austauschen oder zusammen lachen können. Meine jüngste Schwester Carolina geht noch zur Schule und wohnt noch daheim. Auch für sie war es ein Schritt, von Sophia für ein Jahr Abschied zu nehmen, da die beiden immer viel Zeit miteinander verbracht haben und gleiche Hobbies teilen. Sophia fehlt uns und wir vermissen sie.

 

Umso schöner ist es, wenn wir immer wieder Fotos zugeschickt bekommen und so auch etwas an ihrem Leben dort teilhaben können. Die Gesprächsthemen sind natürlich ganz andere, was ich persönlich als sehr bereichernd empfinde. Ich freue mich immer von Sophia zu hören, was sie in Ägypten erlebt, wie sie ihren Alltag im Kindergarten oder den Englischunterricht in den nubischen Dörfern meistert. Auch über Erlebnisse, die wir in unseren Einsätzen ähnlich erlebt haben bzw. erleben, können wir uns austauschen. Ich habe den Eindruck, dass die Beziehung nochmal wächst und intensiver wird. So ein Einsatz verbindet, wir können Erfahrungen teilen und einander verstehen. Und ja, der Einsatz hat nicht nur Auswirkungen auf Sophia, sondern auch Auswirkungen bis in unsere Familie hinein. Der Horizont für die weltweite Mission und Gottes weltweites Wirken wird erweitert.

 

Auch wenn Sophia hier fehlt, so freue ich mich sehr, dass sie in ihrem Einsatz ihre Gaben und Ideen einbringen kann und auch selbst so viele Erfahrungen sammeln darf, die sicher auch ihren weiteren Lebensweg prägen werden. Ich bin dankbar, dass ich Sophia in Gottes Händen geborgen wissen darf und sie auch während dem Einsatz im Gebet begleiten kann.