Kolumbien: berühmt-berüchtigt für die großen Drogenkartelle in Medellín und Cali in den Neunzigern. „El Patrón“ Pablo Escobar erlangte als Pate des industriellen Drogenhandels traurige Berühmtheit. Die Bevölkerung verehrt ihn noch heute. Doch endlich geht der jahrzehntelange Kampf der Guerilla-Gruppen zu Ende und die kommunistische FARC gibt ihren mörderischen Kampf auf. Waffen werden eingeschmolzen, durch die über 220.000 Menschen starben. Echter Friede ist das jedoch noch lange nicht. Als dieser Artikel entsteht, verhandelt die UNO mit kolumbianischen Rebellen, endlich den Drogenanbau zu reduzieren – doch wie soll es weitergehen, wenn rund 7.000 der FARC-Kämpfer ihre Waffen niederlegen und möglichst gut in die Zivilgesellschaft eingegliedert werden sollen?

Für viele Morde und Entführungen wird es keine irdische Gerechtigkeit mehr geben können. Von einzelnen Versöhnungen dürfen wir hören, wie von den beiden Personen im Bild: Nachdem der Täter Christ wurde, suchte er den Mann auf, welchen er angeschossen hatte und bat um Vergebung. Oft passiert das nicht – ungesühnte Schuld liegt lähmend über dem Land. Als „pauschale Wiedergutmachung“ sollen viele FARC-Rebellen für einige Jahre ins Gefängnis gehen, resozialisiert werden. Viele haben ja nicht einmal einen Schulabschluss, wurden selbst als 14-, 15-Jährige erst entführt und dann zwangsrekrutiert. Was ist Gerechtigkeit? Was ist Vergebung? Simone Dengler möchte genau da ansetzen. Die mutige junge Frau wird im Gefängnis von Medellín als Sozialarbeiterin den einheimischen Teams mit einem „Blick von außen“ beratend zur Seite stehen. Mit viel herzlicher Barmherzigkeit: Denn wo CHRISTUS nicht wirkt, kann es keine Vergebung geben.

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